Chroniken des Grauens I – die verwunschene Tür

Es begab sich vor langer Zeit, als unser zu Hause noch in einer grossen Stadt lag. Hokupf wusste damals die hausfraulichen Tugenden noch mit Inbrunst zu Erfüllen und ich und der Rauhaardackel lebten ein beschauliches Leben. Die Tage gingen ins Land und alles war wie immer. Hokupf polierte das Familiensilber und brachte die Gemächer auf Hochglanz während Schattenmann im Stollen wahre Männerarbeit verrichtete. Doch dann geschah eines Tages etwas mystisches bei uns zu Hause – sollte die Prophezeiung tatsächlich wahr sein? Die Türen in einem kleinen Nebenraum standen weit offen. Doch es waren nicht die üblichen Zimmertüren, diese führten in die Dunkelheit. Hatte ich die Türe in eine längst vergessene Welt gefunden? Mutig und mit pochendem Herz durchschritt ich die Pforten, alles war dunkel als ob die ewige Nacht über mich hineingebrochen wäre. Ich dachte an meine Tante Babuschka in Bulgarien, lange Zeit war vergangen als sie mir von der Prophezeiung berichtete. In diesem Moment erschien es mir als ob es gestern war als sie sagte: „Roschkolino, eines Tages wirst du vor einer grossen Aufgabe stehen. Du bist der dritte von drei Brüdern und der vierte von links und gemäss der alten Prophezeiung wirst du das Land entdecken wo die Würstchen an Bäumen wachsen und anstelle von schnödem Wasser Milch fliesst“. Mit den Worten meiner geliebten Babuschka in den Ohren schritt ich voran und voran… doch dann befiel mich plötzlich eine unendliche Müdigkeit, ich wollte ihr erst nicht nachgeben, doch sie war stärker als ich und so fiel ich in einen tiefen Schlaf. 

Unterdessen überschlugen sich ausserhalb der verwunschenen Türe die Ereignisse. Hokupf beendete die weiblichen Pflichten und brach auf um synchron zu hüpfen mit weiteren Damen. Derweil kam Schattenmann zurück. Sofort merkte er, dass ich das Gebäude verlassen haben musste. Ein Hauch von Panik überfiel ihn. Wo nur könnte ich geblieben sein? Entschlossen wie einer der letzten Kreuzritter machte sich Schattenmann auf  seinem stählernen Pferd (Mini Cooper, Baujahr 1998, 1.6) auf den Weg um mich zu suchen. Entschlossen schritt er die Plätze ab an denen wir frohe Stunden zusammen verbrachten (den Kebabstand, das Chinarestaurant und die Kneipe von nebenan), doch ich war nicht auffindbar. Die Tränen schossen Schattenmann ins Gesicht, seine Gedanken überschlugen sich. Er musste Klarheit finden und das schaffte er am Besten wenn er sich in seine Gemächer zurückzog und seinen Freund Mac Allan zu Rate zog. Wo konnte ich nur sein, ich, sein über alles geliebter Kamerad in schweren Stunden (neben Mac Allen) und Fusswärmer? Schattenmann ging im Geiste auf und ab (körperlich war er dazu zu gelähmt).. Hatte er mich für immer verloren? Und überhaupt, warum war das Familiensilber noch staubig, hatte Hokupf die Charta der Hausfrauen nicht gelesen, konnte Hokupf überhaupt lesen? Fragen über fragen…

Schnüüfff, Schnüfff… Ein komischer Geruch stieg mir derweil in meinem Dämmerzusand in die Nasenschleimhäute. Roch irgendwie verdächtig hier. Nicht, wie erhofft nach Würstchen, sondern irgendwie anders. Wo war ich nun gelandet. War die Prophezeiung nur eine Geschichte die man den kleinen Welpen erzählte um in der brutalen Welt nicht alle Hoffnung zu verlieren? Langsam erwachte ich aus meinem Tiefschlaf, nach dem ersten blinzeln hob ich mein noch müdes Haupt. „Chlöpf“, Autsch, irgendwas war mir auf meine Pfoten gefallen. Huch, plötzlich hörte ich Schritte von draussen, war nun einer der dunklen Ritter im Anmarsch um mich von der verwunschenen Türe weg zu holen? Mein Puls raste… „Rumpeldipumbel“ die Pforte öffnete sich, draussen stand im gleissenden Licht eine Gestalt von der ich nur die Umrisse sehen konnte und leider sah das nicht nach einem laufenden Steak aus. Plötzlich erklang eine Stimme und alles machte plötzlich Sinn: Roschko mein Guter, was zum Geier machst du im Kleiderschrank!!!!“ entfuhr es Schattenmann mit einem Hauch von Erleichterung in der Stimme. Kleiderschrank, nun unumwunden musste ich zugeben, dass machte Sinn und erklärte zumindest den Schuhgeruch… Nun gut, dieses Mal war es vielleicht der Kleiderschrank, aber beim nächsten Mal ist es vielleicht die verwunschene Tür….

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