Monat 5 und 6 – Rudelordnungsphase

Rudel-Ordnung?? Was soll denn das bitte wieder sein? Herrscht in einem Rudel überhaupt jemals sowas wie Ordnung? Und warum soll es jetzt bitte gerade jetzt darum gehen. Fakt ist, dass in einem Rudel immer Bewegung herrscht, mal mehr, mal weniger. Nichts desto trotz halten gewisse „Gesetzmässigkeiten“ ein Rudel auch zusammen – zumindest ist es beim Stammvater Wolf so. Bei unseren Hunden ist es zweifellos etwas anders, denn die Rudel wachsen seltener zusammen und sind oft keine  Familienverbände, sie werden vielmehr von uns Menschen zusammen gestellt. 

Irgendwann um den fünften Monat bis etwa zum siebten (Anfang der Pubertät) befindet sich unser felliger Freund also in der Rudelordnungsphase. Dies geschieht auch, wenn im Haushalt keine weiteren Hunde leben, denn der Mensch ist ebenfalls Sozialpartner und gehört somit auch zum Rudel. Ziel wäre es ja, dass der Zweibeiner das Rudel anführt. Diese Aufgabe dem Hund zu überlassen würde für ihn eine grosse Überforderung bedeuten, man stelle sich vor man überträgt die Verantwortung in der Familie einem Kleinkind – das gibt dem Song „Kinder an die Macht“ von Gröni grad ne ganz neue Bedeutung…

Item. Unser stetig wachsender oder auch schon ausgewachsener (je nach Rasse) Junghund war bisher mehr oder weniger mit seiner Rolle jüngstes Mitglied des Verbandes beschäftigt. Nunmehr weiss der Wuschel wie der „Karren“ läuft und beginnt nun die Grenzen etwas auszuloten. Die Krönung der Freude findet das ganze – man ahnt es schon – in der Pubertät, aber jetzt gehts erst mal um Expansion, was darf ich, was nicht und was könnte ich vielleicht noch dürfen, wenn ich es nur mal probiere… Schöne Sache, diese Phase…

Die Rudelordnungsphase äussert sich je nach Zusammenstellung des Rudels ganz unterschiedlich. Bei uns ist die Angelegenheit aufgrund des Alters und der Grösse von Finns Rudelmitgliedern delikat, aber nicht delikater als anderswo. Dass es langsam zur Sache geht äussert sich bei uns u.a. folgendermassen:

  • Vermehrte Streitigkeiten um Ressourcen (Futter, Zuneigung etc.), bei uns vor allem unter den beiden Rüden.
  • Grenzen gegenüber den Menschen werden wieder vermehrt ausgelotet  so im Stil von bisher durfte ich zwar nicht mein Hokupf anspringen, jetzt versuch ich es doch einfach mal wieder schliesslich bin ich unglaublich..
  • Senioren beharren wieder vermehrt auf einen angemessenen Abstand und versuchen ihrerseits die Grenzen aufzuweichen..

Wie erwähnt, ein Rudel ist dynamisch, jetzt ist die Zeit darauf wieder vermehrt ein Auge zu werfen. Wir schauen, dass derzeit kleine aber bedeutungsvolle Dinge konsequent (juhui) durchgesetzt werden:

  • Mensch geht vor den Hunden aus der Türe
  • Futter kriegt zuerst der Mensch, dann der ranghöchste Senior, dann der Betasenior und zum Schluss der Junior (Achtung: kann und wird sich ziemlich sicher irgendwann ändern, dann passen wir Zweibeiner uns an)
  •  Streicheleinheiten werden von uns Zweibeinern begonnen und beendet. Gleiches gilt für Spiele. 

Tönt fies? Ist es aber nicht. Im Gegenteil, der Hund braucht die schon erwähnte Struktur um uns als verlässlichen Sozialpartner zu empfinden. Und sämtliche Regeln lassen sich mit Ruhe und Liebe sehr leicht umsetzen, denn wie wir ja wissen ist der Alpha nicht der lauteste und brutalste in einem Rudel, denn als Überlegener hat er dies nicht nötig. 

 

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